Rückenschmerzen und Haltung

Rückenschmerzen und Haltung

Entgegen den Erwartungen der meisten Menschen korrelieren Rückenschmerzen nicht mit „schlechter“ Haltung. Viele Studien kamen zu dem Schluss, dass die Auslöser von Rückenschmerzen nicht „Fehlbelastungen“ oder „Fehlhaltungen sind“. Ganesan et al. (2017) fanden in ihrer Studie heraus, dass das auftreten von Rückenschmerzen nicht mit der Haltung beim Lernen korreliert. Correia et al. (2020) fanden keinen Zusammenhang zwischen der Haltung beim bedienen eines Smartphones (Text-Neck) und Schmerzen. Laird et al. (2014) fanden in ihrer Metaanalyse von  43 Studien, dass eine Hyperlordose (Hohlkreuz) nicht mit einem erhöhten Risiko einhergeht an Rückenschmerzen zu leiden.

Welche Faktoren führen also wirklich dazu, dass manche Menschen an Rückenschmerzen leiden und manche Menschen nicht?

Schmerzen werden inzwischen als Multidimensionales Phänomen beschrieben. Man geht davon aus, dass Rückenschmerzen nicht primär durch einen strukturellen Schaden, sondern vielmehr als Resultat von biologischen, sozialen und psychologischen Aspekten, welche dabei sehr individuell sind. Stress spielt hierbei laut Wippert und Wieking (2018) eine große Rolle bei d er Entstehung von Schmerzen. Aus diesem Grund ist der moderne Ansatz zur Behandlung von chronischen Schmerzen geprägt von kognitiver Verhaltenstherapie und Achtsamkeitsschulung zur Stressreduktion (Cherkin et al., 2016). Auch Bewegung und Sport haben in der Therapie von Schmerzen einen hohen Stellenwert. Sportliche Betätigung kann zum Einen einen analgetischen (schmerzlindernden) Effekt haben und auch zu einer Reduktion von Entzündungsparametern führen (Daenen et al., 2015; Paolucci et al. 2018). Zum Anderen hat Bewegung einen positiven Einfluss auf das psychische Wohlbefinden, welches einen großen Einfluss auf das Empfinden von Schmerzen hat (Paolucci et al, 2018).

Quellen:

www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5573856/

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